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Bonbons und Süßwaren aus der Abtei: die Tradition hinter dem Glas
Klösterliche Kräuterbonbons sind die Taschenversion der Klosterapotheke. Bevor es rezeptfreie Pastillen gab, bestand der wirksamste Weg, einen Pflanzenauszug zu verabreichen — Anis, Eukalyptus, Minze, Süßholz, Thymian —, darin, ihn in einer Masse gekochten Zuckers festzuhalten, die im Mund langsam zerging. Das Rezept diente dazu, angenehm und transportabel zu machen, was sonst ein bitterer Absud war. Viele der hier gelisteten Artikel stammen direkt von diesen Zubereitungen ab.
Technisch gibt es zwei große Familien, die man mit bloßem Auge unterscheidet. Hartbonbons sind Zucker und Glukosesirup, über 145 °C gekocht und auf einen sehr niedrigen Wassergehalt gebracht: Sie sind glasig, durchscheinend und lösen sich langsam auf. Weichbonbons und Gelees bleiben bei niedrigeren Kochtemperaturen und behalten mehr Wasser, unter Zusatz von Geliermitteln wie Fruchtpektin, Gummiarabikum oder Gelatine. Wer sich vegetarisch oder vegan ernährt, sollte diesen letzten Punkt auf dem Etikett prüfen, denn Gelatine ist tierischen Ursprungs, Pektin und Gummiarabikum nicht.
Die Artikel „ohne Zucker" verdienen eine praktische Anmerkung. Sie ersetzen Saccharose durch Polyole — Maltit, Isomalt, Sorbit, Xylit —, die weniger Kalorien liefern und Karies nicht fördern. Sie wirken jedoch in größeren Mengen abführend: Die europäische Regelung schreibt oberhalb von 10 % Polyolen den Hinweis „kann bei übermäßigem Verzehr abführend wirken" vor. Für den durchgehenden Verzehr über den Tag hinweg — also genau die typische Verwendung eines Hustenbonbons — sind sie damit nicht ideal.
Bei der Auswahl sagt das dominierende Kraut mehr über den Verwendungszweck aus als die Marke. Eukalyptus und Menthol wirken kühlend auf die Atemwege, weshalb sie die Wintersaison bestimmen. Anis und Fenchel gehören zur Verdauungstradition nach dem Essen. Süßholz, in der klösterlichen Produktion stark vertreten, sollte bei Bluthochdruck maßvoll verwendet werden: Glycyrrhizin kann den arteriellen Druck erhöhen, wenn es regelmäßig und in nennenswerten Mengen aufgenommen wird. Das zu wissen lohnt sich, bevor das Glas dauerhaft auf dem Schreibtisch steht.
Bei der Lagerung ist das Problem immer die Feuchtigkeit. Hartbonbons sind hygroskopisch: Sie ziehen Wasser aus der Luft, werden klebrig und verbacken miteinander. Bewahren Sie sie luftdicht, kühl und trocken auf, fern von Heizkörpern und nicht im Kühlschrank, wo das beim Öffnen entstehende Kondenswasser die Sache verschlimmert. Gelees haben die umgekehrte Schwierigkeit, sie neigen zum Austrocknen und Verhärten und sollten nach dem Öffnen zügiger verbraucht werden.
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Häufig gestellte Fragen zu bonbons-süßigkeiten
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Zu den typischen klösterlichen Süßwaren zählen Kräuterbonbons mit Bergkräutern, Honig- und Propolispastillen, Mandel- und Pinienkern-Konfetti, Torrone, Trockengebäck, Ricciarelli, Honigtafeln und Mandel-„Küsse". Die Rezepte sind oft jahrhundertealt und werden in der klostereigenen Werkstatt zubereitet.
Klösterliche Kräuter- und Honigbonbons sind in der Regel frei von künstlichen Farb-, Konservierungs- und Aromastoffen. Für Kinder unter drei Jahren vermeide jedoch harte Bonbons (Erstickungsgefahr) sowie Produkte mit Propolis oder aktiven Kräutern ohne ärztlichen Rat.
Viele Kräuter- und Honigbonbons sind von Natur aus gluten- und laktosefrei, Backwaren (Kekse, Ricciarelli, Kuchen) enthalten sie hingegen meist. Prüfe stets das Etikett: Klöster deklarieren Allergene und Zutaten gemäß EU-Vorschrift.
Harte Bonbons halten an einem kühlen, trockenen Ort 18–24 Monate. Torrone und trockenes Gebäck halten 6–12 Monate in originalverschlossener Verpackung. Frische Produkte (klösterlicher Panettone, weiche Konfetti) haben eine kürzere Haltbarkeit – beachte das MHD auf dem Etikett.





















