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Klosterkosmetik und ätherische Öle: eine Orientierung
Die klösterliche Kräuterkunde ist der älteste und durchgängigste Zweig der Konventstradition: Der Hortus simplicium, der Garten der Heilpflanzen, gehörte zur Standardarchitektur einer Abtei. Von dort stammen die Salben, Ölauszüge und Destillatwässer, die wir heute in der Klosterkosmetik wiederfinden. Geändert hat sich der rechtliche Rahmen: Ein in der Europäischen Union verkauftes Kosmetikum muss der Verordnung 1223/2009 entsprechen, eine identifizierbare verantwortliche Person, eine Sicherheitsbewertung und die vollständige Zutatenliste in INCI-Nomenklatur aufweisen. Auch dann, wenn das Produkt aus einem Kloster kommt.
Die INCI zu lesen ist die nützlichste Fähigkeit in dieser Kategorie. Die Bestandteile sind bis 1 % in absteigender Konzentration aufgeführt, unterhalb dieser Schwelle ist die Reihenfolge frei. Lateinische Namen bezeichnen Pflanzenauszüge, englische synthetische oder modifizierte Stoffe. Eine Angabe überrascht alle, die „natürliche" Formeln erwarten: Aqua steht bei einer Creme fast immer an erster Stelle, und das ist normal. Ebenso sind Konservierungsstoffe kein Mangel, sondern eine Notwendigkeit: Ein wasserhaltiges Produkt ohne Konservierungssystem entwickelt binnen Wochen eine Keimbelastung.
Bei ätherischen Ölen ist eine Unterscheidung nötig, die die Werbesprache gern verwischt. Ein ätherisches Öl ist ein hochkonzentrierter flüchtiger Auszug, gewonnen durch Wasserdampfdestillation oder, bei Zitrusfrüchten, durch Pressung. Es ist kein Öl im kulinarischen Sinn und darf nicht unverdünnt auf die Haut: Es wird in einem Trägeröl — Süßmandel, Jojoba, Olive — verdünnt, typischerweise auf 1-3 %. Ätherische Zitrusöle wirken zudem photosensibilisierend: Vor Sonnenexposition aufgetragen können sie dauerhafte Flecken verursachen. Eingenommen werden sie nur unter fachlicher Anleitung, und sie gehören außer Reichweite von Kindern.
Einige Kategorien erfordern besondere Vorsicht. Ätherische Öle sind in Schwangerschaft und Stillzeit ohne ärztlichen Rat nicht angezeigt, und mehrere der gängigsten — Eukalyptus, Pfefferminze, Kampfer — sind bei Kleinkindern wegen der Gefahr eines Kehlkopfkrampfs kontraindiziert. Wer empfindliche Haut oder Dermatitis hat, sollte an einer kleinen Stelle am Unterarm testen und 24 bis 48 Stunden warten, bevor er das Produkt großflächig verwendet. Kein Kosmetikum, ob klösterlich oder nicht, darf rechtlich heilende Eigenschaften behaupten: Ein Etikett, das die Heilung einer Krankheit verspricht, verstößt gegen die Vorschriften.
Bei der Lagerung wird der Abbau von Licht, Wärme und Sauerstoff bestimmt. Ätherische Öle gehören in dunkle Glasflaschen, fest verschlossen und lichtgeschützt; Zitrusöle oxidieren schneller und sollten binnen ein bis zwei Jahren verbraucht werden. Kosmetika tragen das PAO-Symbol, den geöffneten Tiegel mit einer Monatszahl: Ab dem Öffnen läuft die tatsächliche Haltbarkeit, unabhängig vom aufgedruckten Verfallsdatum. Rezepturen auf Basis pflanzlicher Öle ohne Antioxidantien werden ranzig, und der Geruch sagt es Ihnen früher als jedes Etikett.
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Häufig gestellte Fragen zu Kosmetik & ätherische Öle
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Klösterliche Kosmetik entstammt einer jahrhundertealten Kräutertradition: Die Mönche bauen Heilpflanzen in den Klostergärten selbst an, arbeiten in kleinen Chargen und verzichten bewusst auf aggressive Konservierungsstoffe, synthetische Düfte und Plastikverpackungen. Das Ergebnis sind einfache, natürliche und vollständig rückverfolgbare Rezepturen – von der Pflanze bis zum fertigen Produkt.
Die von den Klöstern verkauften ätherischen Öle sind in der Regel 100 % rein und wasserdampfdestilliert. Sie eignen sich für Aromatherapie, Raumduft und – verdünnt in einem Trägeröl – zur topischen Anwendung. Für klinische Zwecke oder während der Schwangerschaft konsultiere stets einen Arzt oder qualifizierten Aromatherapeuten.
Lagere ätherische Öle und Naturcremes kühl, trocken und vor direktem Licht geschützt – am besten in fest verschlossenen Braunglasflaschen. Nach dem Öffnen sollten klösterliche Kosmetika (ohne synthetische Konservierungsstoffe) innerhalb der PAO-Frist auf dem Etikett aufgebraucht werden, meist 6–12 Monate.
Nein. Von Trappisten- und Zisterzienserklöstern hergestellte Kosmetik ist historisch tierversuchsfrei: Die Rezepturen basieren auf pflanzlichen Zutaten, Wachsen und Ölen – ohne Tierversuche, im Einklang mit der klösterlichen Spiritualität und der EU-Verordnung, die Tierversuche an Kosmetika seit 2013 verbietet.






















