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Klostertees und Kräuteraufgüsse: Zubereitung und Auswahl

Klösterliche Kräutermischungen stammen aus derselben Tradition des Kräutergartens, aus der auch die Liköre und die Salben hervorgingen, stellen aber die einfachste Form der Extraktion dar: heißes Wasser, Zeit, kein Alkohol. Auch deshalb bleiben sie das zugänglichste Erzeugnis der Kräuterkategorie und dasjenige mit den wenigsten Gegenanzeigen — vorausgesetzt, man weiß, was man trinkt.

Die erste nützliche Unterscheidung ist technischer Natur und verändert das Ergebnis in der Tasse. Der Aufguss dient den zarten Pflanzenteilen — Blüten, Blättern, blühenden Spitzen: Man übergießt das Kraut mit heißem Wasser und lässt es zugedeckt 5 bis 10 Minuten ziehen. Der Absud ist für die harten Teile gedacht — Wurzeln, Rinden, Samen, Beeren: Das Kraut muss in Wasser aufgekocht und 10 bis 15 Minuten gehalten werden, weil sich die Wirkstoffe sonst nicht lösen. Eine Mischung mit Wurzeln, die man wie einen einfachen Aufguss behandelt, ergibt einen schwachen, faden Tee.

Die Temperatur zählt mehr, als man denkt. Kochendes Wasser mit 100 °C eignet sich für Absude, Wurzeln und robuste Mischungen, verbrennt aber zarte Blätter und Grüntees, die zwischen 70 und 80 °C ihr Bestes geben. Kamille und Blüten allgemein lösen sich gut bei etwa 90 °C. Die Tasse während des Ziehens stets abzudecken ist keine Marotte: Ätherische Öle sind flüchtig, und ohne Deckel verdunstet ein Großteil dessen, was dem Tee Aroma gibt, in den Raum statt im Getränk zu bleiben.

Denken Sie bei der Auswahl in Funktion und Tageszeit. Entspannende Mischungen bauen auf Kamille, Melisse, Linde, Passionsblume und Lavendel und gehören natürlicherweise in den Abend. Verdauungsfördernde setzen auf Fenchel, Anis, Minze, Enzian und Artischocke und folgen den Mahlzeiten. Winterliche Balsammischungen nutzen Eukalyptus, Thymian, Eibisch und Malve. Rooibos und Fruchtmischungen sind von Natur aus koffeinfrei und passen zu jeder Stunde, während Grüntee, Schwarztee und Mischungen, die sie enthalten, Koffein liefern und von empfindlichen Personen abends gemieden werden sollten.

Zwei praktische Hinweise. Kräuter sind nicht wirkungslos: Süßholz kann den Blutdruck erhöhen, Johanniskraut mindert die Wirksamkeit zahlreicher Arzneimittel einschließlich oraler Kontrazeptiva, Senna und Faulbaum sind Abführmittel, die nicht dauerhaft verwendet werden sollten. In Schwangerschaft, Stillzeit und unter medikamentöser Therapie lohnt es, die vollständige Kräuterliste zu lesen und den Arzt zu fragen. Zur Lagerung: Getrocknete Kräuter gehören in luftdichte, lichtundurchlässige Behälter, geschützt vor Licht und Feuchtigkeit, und behalten ihr Aroma etwa zwölf bis achtzehn Monate. Sie verderben im strengen Sinn nicht, doch danach duftet der Tee immer weniger.

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Häufig gestellte Fragen zu Aufgüsse und Kräutertees

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Die häufigsten Klosterkräutertees sind verdauungsfördernd (Fenchel, Anis, Minze, Melisse), entspannend (Kamille, Linde, Passionsblume, Baldrian), reinigend (Artischocke, Löwenzahn, Birke) und balsamisch (Eukalyptus, Thymian, Salbei). Die Kräuter werden oft in den Klostergärten angebaut und von Hand gepflückt.